Nasenscheidenwand-OP Erfahrungsbericht

Meine Lieben!

Normalerweise poste ich hier auf meinem Blog sämtliche Themen über gesunde Rezepte, Kräuter oder Naturheilkunde. Allerdings musste ich kürzlich eine Nasenscheidewandop mit Nasenmuschelverkleinerung über mich ergehen lassen und habe verzweifelt nach aktuellen Erfahrungsberichten gesucht, aber leider keine gefunden die mir meine Fragen ausreichend beantwortet hätten. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, für alle anderen verzweifelten Leidgenossen/Innen diesen schönen Beitrag hier zu verfassen. Dieser Bericht ist ehrlich geschrieben. Ich möchte nichts beschönigen aber auch nichts schlimmer darstellen als es eigentlich ist.

Appetitlich ist dieser Bericht nicht. Er wird aber jedem helfen, der vor so einer Operation steht oder so eine Operation kürzlich hinter sich bringen musste. Deshalb kann ich leider keine Rücksicht auf Leute mit einer niedrigen Ekelschwelle nehmen. Alle die sich jetzt schon grausen, bitte einfach diesen Bericht schließen und sich von meinen köstlichen, gesunden und einfachen Rezepten inspirieren lassen.

Vorweg: Meine Operation ist jetzt 2 Wochen her und es geht mir blendend. Die Nase tut nicht mehr weh, der Schnodder ist bis auf ein Minimum verschwunden und ich bekomme soviel Luft wie noch nie in meinem Leben zuvor. Ich rieche und schmecke sehr gut und schlafe zum ersten Mal in meinem Leben wirklich tief und fest. Ich habe nämlich doch keinen leichten Schlaf wie immer angenommen und bin nur aus dem einzigen Grund ständig aufgewacht: “Ich bekam in der Nacht keine Luft mehr und der Körper musste mich wecken.”

Nun aber zum Anfang meiner Geschichte.

Der Tag der OP

Ich kam am Vortag ins Krankenhaus, bekam einen Venenzugang und wurde ausführlich untersucht. Danach durfte ich bis Mitternacht noch essen und trinken und musste ab dann nüchtern bleiben, da meine OP für den nächsten Tag um 8 Uhr morgens festgesetzt wurde.
Am Tag der OP bekam ich die sogenannte “Leck-mich-am-Arsch-Tablette”. Es ist eine Art Beruhigungstablette, bei der einem alles egal wird. Bei mir war dem allerdings nicht der Fall. Nachdem die Tablette wirken sollte und ich die sexy Stützstrumpfe angezogen hatte, wurde ich mit dem Bett in den OP-Saal gebracht.
Die Narkose selbst war ein Klacks. Die Anästhesisten sprechen mit dir, während sie dir die Injektion über den Venenzugang verabreichen, sodass du einfach einschläfst und sonst nichts mitbekommst. Das Aufwachen selbst, empfand ich mehr als unangenehm. In meiner Nase steckten diese berüchtigten Tamponaden, von denen man im Internet soviel liest. Die waren so unangenehm, weil ich das Gefühl hatte dass sie mir bis ins Hirn geschoben wurden . Es brannte mir leicht in den Nebenhöhlen aber dafür bekam ich ein Schmerzmittel, das ziemlich schnell und effektiv wirkte. Nachdem ich wieder am Zimmer war, bekam ich ziemlichen Hunger und Durst, durfte aber in den ersten Stunden nach der OP weder trinken noch essen. Darauf muss man sich vorher einstellen.

Nachdem ich aber gegessen und mir ein kühles Cola Zero aus dem Automaten geholt hatte, ging es mir dank Schmerzmittel ziemlich gut. So gut, dass ich aus Langeweile lustige Selfies auf Snapchat gemacht habe und sie natürlich gleich auf Facebook und Instagram teilen musste. *gg*

5 Stunden nach der OP.

Vor dem Abend hatte ich Angst, weil ich nicht wusste wie ich mit dieser Nasenschleuder (das weiße Ding unter meiner Nase) schlafen sollte. Zudem bekommt man null Luft durch die Nase. Es war auch mühsam zu essen und der Geschmack und Geruchsinn waren auch verschwunden. Man schmeckt nur süß, salzig, bitter und sauer. Deshalb kann man diese Zeit auch nutzen um sich gesund und kalorienarm zu ernähren. 😉
Im Nachhinein war die erste Nacht aber nicht so schlimm wie angenommen. Ich habe sehr gut geschlafen, bin aber öfter aufgewacht und musste mir mitten in der Nacht ein Schmerzmittel holen, da der Druck auf meine Nebenhöhlen ziemlich unerträglich wurde. Hier muss ich aber dazu sagen, dass sich später herausgestellt hatte, dass ich mir leider einen zusätzlichen Infekt eingefangen hatte. Zu diesem Zeitpunkt jedoch wusste ich noch nichts davon und schob die Schuld auf die Tamponaden.

Tag 1 (nach OP)

Ich bin schon beschissen aufgewacht.

Die Tamponaden drücken, der Schnodder rinnt, die gute Laune ist verflogen. Ich hatte nicht mal Lust auf Besuch oder auf die Kommunikation mit Leuten. Die Nase war so voll, dass ich das Gefühl hatte die Tamponaden schwimmen mir gleich davon. Zusätzlich war sie ziemlich angeschwollen aber weh tat sie mir nicht. Was mir aber Schmerzen bereitete, waren die Nebenhöhlen. Nach der Recherche im Internet, keimte die Hoffnung auf, dass der Druck und die Schmerzen nach der Entfernung der Tamponaden verschwinden würden. Leider war dem nicht so. Zu der berüchtigten Entfernung der Tamponaden muss ich eines sagen: Im Internet steht soviel Schwachsinn!!
Die Tamponaden werden in etwa 2 – 5 Sekunden aus der Nase gezogen. Es tut nicht weh, man hat nicht das Gefühl das Hirn kommt mit.. es ist unangenehm. Was bedeutet unangenehm? Wenn dir jemand eine vollgeschnodderte Wurst aus der Nase zieht, ist es nichts was du gerne jeden Tag haben würdest. Es tut aber nicht weh, denn durch den ganzen Schnodder flutscht das Ding ziemlich gut heraus. Sobald die Tamponaden draußen sind, bekommt man für wenige Sekunden ein bisschen Luft durch die Nase. Ab jetzt sollte der Druck in den Nebenhöhlen aufhören. Zumindest bei all jenen, die nicht wie ich einen zusätzlichen Infekt hatten. Nun kann damit begonnen werden die Nase zu pflegen. Man bekommt einen Nasenspray und ein Nasenöl. Es ist jedoch sehr schwierig diese Dinge anzuwenden, weil die Nase so voller Schleim und Blut ist und man nicht schneuzen darf. Hier übrigens noch ein schönes Bildchen von meiner Nase ohne Nasenschleuder. Sie ist so fett geschwollen, ich seh aus wie Shreck.

Hallo von Shreck!

Tag 2 (nach OP)

Ich fühlte mich körperlich ziemlich geschwächt, müde und ausgelaugt aber ich durfte nach Hause gehen. Die Nebenhöhlen schmerzten wie Hölle und strahlten mir ins Kiefer. Leider interessierten sich die Ärzte und Schwestern des Krankenhauses nicht sonderlich dafür. Sonst wäre ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass meine Beschwerden nicht an der operierten Nase lagen, sondern dass ich ein Antibiotikum gebraucht hätte. Die Nase hatte mir nämlich auch am Tag 2 die wenigsten Probleme bereitet, abgesehen von dem unangenehmen Schnodder. Trotzdem habe ich mich an diesem Tag ziemlich dafür gehasst, dass ich mich auf diese Operation eingelassen hatte. Aber trotz der ganzen Überlegungen war mir klar, dass kein Weg daran vorbeigeführt hatte. Ich fühlte mich irgendwie krank, obwohl ich kein Fieber hatte und meine Laune war ziemlich im Keller.

Tag 3 (nach OP)

Der beschissenste Tag von allen. Die Nase war so voller Schnodder, dass ich das Gefühl hatte durchzudrehen. Zusätzlich strahlten die Nebenhöhlen derart auf meine Zähne, sodass nicht mal ein Schmerzmittel half. Ich beschloss also der Nase den Kampf anzusagen und holte mir entgegen dem Ratschlag der Ärztin, meine Nasendusche und das Emser Salz aus meiner Hausapotheke. Dann fing ich an 5 x am Tag den ganzen Schnodder und das Blut mit der Nasendusche auszuspülen. Anschließend wurde die Nase mit dem Öl gepflegt und was soll ich sagen, ab da ging es bergauf. Im Internet steht desöfteren, die Nasendusche kommt nicht durch den Schleim. Das ist teilweise richtig. Ich habe den Schleim ein bisschen ausgeschnaubt, bis der zähe Teil gelöst war und konnte ab da ganz gut spülen. Es war eine Erleichterung und ab da fing ich auch an wieder mein Essen zu schmecken. Die Nase selber tat mir nicht weh. Nur wenn man den Knorpel berührte.

Tag 4 (nach OP)

Ein Besuch bei meiner Hausärztin bestätigte mir den Verdacht eines Infektes. Ich bekam ein Antibiotikum und auch Schmerzmittel, die mir zum Glück halfen. Meine Kieferschmerzen waren ab Einnahme dieser Medikamente zum Glück Vergangenheit. Dank meiner Nasenhygiene (Dusche, Spray und Öl) war selbst der Schnodder gut auszuhalten. Ich spülte immer noch 5 x pro Tag. Meine Nase war so gut wie abgeschwollen. Allerdings fing ich ab diesem Tag an meine rechte Schiene zu spüren, was ich als ziemlich unangenehm empfand. Das lag vermutlich daran, dass durch den schwindenden Schnodder die Schiene nicht mehr so gut “gepolstert” war. Trotzdem konnte ich ab diesem Tag ziemlich tief und fest schlafen. So tief wie noch nie in meinem Leben zuvor. Herrlich!

Tag 5 & 6 (nach OP)

Der Schnodder in meiner Nase wurde immer weniger. Ich reduzierte meine Duschen auf 4 x pro Tag. Die Phasen in denen ich Luft durch die Nase bekam wurden immer länger.

Tag 7 – Die Entfernung von Schienen und Nähte

Vor diesem Tag hatte ich ein bisschen Angst, denn schließlich habe ich mich entgegen dem Rat meiner Ärztin für diese frühen Nasenduschen entschieden. Eigentlich sollte man erst ab dem 7. Tag damit beginnen. Aber ohne diese Dusche hätte ich das nicht ausgehalten. Der Schnodder war mittlerweile um die Hälfte reduziert und ich hatte das Gefühl, meine Nase würde innerlich bereits gut abheilen. Die Ärztin im Krankenhaus bestätigte dies. Sie sagte durch die ständigen Duschen gab es keine Krusten in meiner Nase und die Wunden wären schon sehr gut verheilt.

Nun zur Entfernung der Schienen. Da die Schienen an der Scheidewand festgenäht wurden, mussten zuerst die Nähte gelockert werden. Das tat aber nicht weh, da ja zwischen der Schere und der Scheidewand die Schiene lag. Dh konkret die Schere kam mit der Scheidewand nie in Berührung. Es zupfte ein bisschen aber das war in Ordnung. Nachdem die Schienen aus der Nase entfernt waren, ging das Leben wieder bergauf. Ich bekam ordentlich Luft und konnte seit diesem Zeitpunkt frei durch meine Nase atmen.

Die 2. Woche nach OP

Nachdem die Schienen aus meiner Nase entfernt wurden, fing ich an mein Leben wie gewohnt weiterzuleben. Die Nase war teilweise wie bei einem leichten Schnupfen verstopft aber ich habe einfach morgens und abends mit der Dusche gespült und tagsüber Nasenöl verwendet. Es gab keinerlei Beeinträchtigung mehr durch die OP, außer dass ich mich nicht anstrengen durfte. Das bisschen Schnodder hielt ich leicht aus. Es fühlte sich wie ein leichter Schnupfen im Herbst an und war nicht beeinträchtigend.

Nach 2 Wochen – Das Jetzt

Ich spüle meine Nase immer noch 1 x am Tag. Es kommt aber kein Schnodder mehr heraus. Es ist soweit alles gut verheilt und ich mache es einfach nur als Nachsorge. Das Öl verwende ich ebenfalls noch 2 x am Tag. Einfach weil man das bis 4 Wochen nach der OP machen soll. Mein Leben ist durch die OP nicht mehr eingeschränkt, im Gegenteil. Ich schlafe so tief wie noch nie in meinem Leben. Ich bekomme ausreichend Luft und ja jetzt sage ich es… auch wenn ich mich in den ersten 2 Tagen nach der OP dafür gehasst habe, dass ich die OP machen gelassen habe, bin ich jetzt im Nachhinein froh. Deshalb habe ich auch diesen Bericht geschrieben.. er soll euch einfach helfen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Alles verheilt. meine Nase sieht wieder normal aus. Es geht mir sehr gut.

Ich wünsche jedem, der vor dieser OP steht viel Zuversicht… das packt ihr locker!

Und jedem der diese OP kürzlich hinter sich gebracht hat, eine rasche und baldige Genesung..

 

Euer Shreck

Nathalie